Frühjahrslorchel- Essbar oder GIFTIG

Bei einem wunderbaren Spaziergang am Sonntag im sandigen sauren Kiefernwald, stand sie plötzlich da, die Frühjahrlorchel.

Aus der Gattung Gyromitra,

trägt Sie den wissenschaftlichen Artnamen “esculenta“ was so viel bedeutet wie „essbar“.

Früher galt der extrem giftige und lebensgefährliche Pilz als sehr wohlschmeckend,

und wurde am Viktualienmarkt München angepriesen. Karin Montag schreibt, dass in der Saison vor ca. hundert Jahren 1500kg Frischpilze verkauft wurden.
Der Pilz wurde erst getrocknet, dann zweimal für längere Zeit gekocht, wobei nach dem ersten Kochgang das Kochwasser weggeschüttet wurde. Der ganze Vorgang an der frischen Luft, da die Dämpfe ebenfalls giftig sind. Bevor er dann weiter zu Pilzgerichten verarbeitet werden konnte. Die Pilze müssen schon sehr lecker sein, wenn man solch eine komplizierte und latent gefährliche Zubereitungsmethode zelebriert.
Auch heute noch wird die Lorchel in vielen Ländern der Welt als wohlschmeckender Speisepilz gegessen und gehandelt, was ich mit Erstaunen auf Instagram verfolgen kann. Man sieht Rezeptfotografien von Gratins, Pizza, Eierspeisen, Risotto, Nudelgerichten und die Lorchel wird sogar in Dosen verkauft.

Die DGfM rät dringend davon ab und informiert über das schädigende Leber und Nieren Zellgift!

Wie will man einer Pilzmahlzeit ansehen, ob Sie noch Giftstoffe, wie das Gyromitrin enthält oder nicht? Warum wurde diese Lorchel schon vor Jahren in Deutschland und weiteren europäischen Ländern aus der Speisepilzliste gestrichen und in die Giftpilzliste verbannt?

Hierzu hat mir Prof. Dr. Siegmar Berndt, DGfM - Toxikologe berichtet:

"diese Situation ist wirklich schwer nachvollziehbar, zumal der Pilz Gyromitra esculenta - also, wörtlich übersetzt, die eßbare Lorchel heißt ( in Analogie zu Morchella esculenta - die eßbare Morchel). Bereits der Rohverzehr eines einzigen Fruchtkörpers kann zum Tode führen. Grund dafür ist Gyromitrin bzw. sein noch toxischeres Abbauprodukt, das Monomethylhydraziun (MMH). Dieses Gift ist noch gefährlicher als die Amatoxine des GrünenKnollenblätterpilzes, da es nicht nur Leber und Niere zerstört sondern auch das Blut bildende System und das Nervensystem angreift.- Im Gegensatz zu den Amatoxinen sind Gyromitrin und MMH hitzelabil, d.h. sie werden durch Erhitzen und Trocknen zerstört, aber eben nicht immer vollständig. In Ländern in denen diese Pilze noch gehandelt werden, wissen die Konsumenten aus Tradition um die richtige Zubereitung, müssen aber trotzdem, z.B. in Finnland, beim Einkauf vom Verkäufer auf die Besonderheiten der Zubereitung hingewiesen werden. Nach ungenügendem Garen oder Trocknen ist es immer wieder zu Intoxikationen gekommen. Allein das Einatmen der Dämpfe des sehr flüchtigen Gyromitrins bzw. MMH´s über dem Kochtopf hat schon zu Vergiftungen geführt.
Wir leben, Gott sei Dank, nicht in Kriegs- oder Nachkriegszeiten und sind nicht mehr auf eine "Ernährung aus dem Wald" angewiesen . So ist es konsequent und sinnvoll, dass Gyromitra esculenta in Deutschland nicht mehr verkehrsfähig ist, d.h. nicht mehr gehandelt und zu Handelsprodukten verarbeitet werden darf.
Unser Fachausschuß "Pilzverwertung und Toxikologie" propagiert deshalb diesen Pilz nicht mehr als Frühlingslorchel sondern nur noch als Giftlorchel zu benennen. Die wissenschaftliche Bezeichnung Gyromitra esculenta darf aus nomenklatorischen Gründen nicht geändert werden, obwohl die Benennung Gyromitra venenata - also die Giftige Lorchel - zutreffender wäre."

Der stark schwankende Wirkstoffgehalt

und die unterschiedlichen Zubereitungen könnten Erklärungen liefern, warum manche Personen jahrelang folgenfrei Frühjahrslorcheln essen können, während andere schwere Vergiftungen erleiden.

Dazu gibt es Berichte, das in Russland die Vergiftungen mit der Frühlingslorchel immerhin 45% der gesamten Pilzvergiftungen ausmachen! Ausserdem können auch noch Allergien, zu heftigen Brechdurchfällen führen, und dass Gyromitrin soll auch krebsauslösend sein.

Hier bei der DGfM könnt Ihr euch über das Gyromitra Syndrom ausführlich informieren

 

 

Die Frühjahrslorchel hat im deutschen Raum viele volkstümliche alte Namen, wie Frühlorchel, Giftlorchel, Laurich, Lauerchen, Speiselorchel, Stocklorchel.

Frühjahrslorchel
Frühjahrslorchel

Tödliche Pilze Karin Montag

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