Haareis – Eiswolle

- beides gefunden in Aufseß, fränkische Schweiz

Die weiße Schönheit aus Eis - das Haareis! Durch winteraktive Pilze ausgelöst

An schneelosen und kalten Tagen ist mit etwas Glück ein seltenes Naturphänomen zu beobachten. Im Laubwald am feuchten und morschen toten Holz wächst das Haareis, es wird  auch manchmal Eiswolle genannt.

Feine Büschel aus zartem Eis wachsen bei Temperaturen knapp unter Null auf Totholz, deren aerober Stoffwechsel ( Dissimilation) Gase produziert, die das im Holz vorhandene Wasser an die Oberfläche verdrängen. Der Haareisforscher Christian Mätzler und  Diana Hofmann vom Forschungszentrum Jülich und Ihre Kollegen erforschten dieses Naturphänomen. Sie haben herausgefunden, dass Haareis nur auf abgestorbenen Ästen von Laubgehölzen wächst, die von der Rosagetönten Gallertkruste (Exidiopsis effusa) besiedelt sind.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Pilz Moleküle Lignin und Tannin abscheidet, was wahrscheinlich die Bildung  großer Eiskristalle auf nassem Totholz unterbindet. Vielmehr wirken diese winzigen Moleküle als Kristallisationskeim, an dem sich die feinen Kristalle des Haareises bilden können. Dabei gefriert das im Holz enthaltene Wasser nicht zu einem Klumpen oder einer Schicht, sondern es lagern sich die Kristalle fadenförmig aneinander.

Mehr Infos unter
https://www.scinexx.de/news/technik/geheimnis-des-haar-eises-gelueftet/

So ähnlich wirken die Porzellan Plastiken von Veronika Riedl

Die dünnwandigen Porzellanblätter entstehen wie das Haareis allmählich, sie „wachsen“ unter den Händen der Porzellan Künstlerin und vergrößern ihre Oberfläche. Jedoch anders als beim mykologischen Phänomen wird jede Linie einzeln und nacheinander auf das getrocknete Porzellan aufgebracht, wie gezielt angeordnete Fäden liegen schwarze und weiße Flächen dicht nebeneinander.

Riedl Porzelan
© Tanja Major
2 comments
  1. Sehr wissenswert, danke für diesen Beitrag. Soetwas habe ich noch nie gesehen.

    1. Gerne, zur Zeit kann man das häufig beobachten

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