Hexenei & Stinkmorchel

Das Hexenei

ist das Jungstadium der Stinkmorchel.

Bevor sich der Pilz der Länge nach entfaltet, wächst er als kugelige Knolle heran, die von einer gallertartigen Masse umgeben ist, die wiederum von einer weißen Haut überzogen ist. Man kann Sie schälen und roh verzehren, das schmeckt etwas kohlrabiartig. In diesem jungen Stadium stinkt er noch nicht und eignet sich als Speisepilz.
Durch einen Myzelstrang, der wie eine Wurzel aussieht, ist das Hexenei mit dem Myzelgeflecht im Boden verbunden.

Hexenei
Hexenei
Hexenei

ROH oder KNUSPRIG

Die Hexeneier haben eine feste Konsistenz, und man kann Sie roh verzehren, oder im Salat mit Viaigrette.
Der Geschmack des Hexeneis ist so besonders, vorausgesetzt, man hat Spaß an ungewöhnlichen kulinarischen Entdeckungen. Das Hexenei schmeckt mild und kaum nach dem, was man gerne als “pilzig” beschreibt. Es erinnert im Aroma ganz leicht an Kohlrabi mit dezenter Süße und etwas Erdigkeit.

Beim Braten ist es gut, wenn man Ihn sehr knusprig in der Pfanne rausbrät und gut würzt. Sonst hat er wenig Aroma. Dazu schälen, und einfach in dünne Scheiben schneiden, in Butter goldbraun braten und nur mit etwas Bergsalz bestreut genießen.

Oder ein Knusper - Rezept  aus dem Backofen
für 4-5 Hexeneier:

1 EL Sonnenblumenöl
1 EL Tamarisauce
1/2 TL Agavensirup
Salz
etwas Shichimi togarashi ( japanische Gewürzmischung mit Sesam, Chili...)
1TL Sesam

 

 

 

 

Die Kugeln schälen, dazu muss man allerdings die weisse Haut und die Glibberschicht entfernen. Die zwar an den Fingern klebt, sich aber erstaunlich leicht vom innern Kern lösen lässt. Dann kommt es darauf an, ob man auf die Sporenmasse auch noch verzichten möchte, viele entfernen die?
Ich verwende also den olivgrünen und den weißen Teil, siehe Foto, und schneide beides in dünne Scheiben.

Backofen auf 180°C Umluft vorheizen. Alle Zutaten in einer Schüssel gut vermengen und und die Pilzscheiben darin marinieren.
Auf ein Blech mit Backpapier ausgelegt, die Pilzscheiben verteilen und im heissem Ofen ca. 10-15 Minuten backen bis Sie braun werden. Vorsicht, das Sie nicht schwarz werden, sonst wird es bitter!

Als Snack geniessen!

 

 

 

Stinkmorchel ist Pilz des Jahres 2020 von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) gekürt worden

Ausgewachsene Exemplare der Stinkmorcheln versprühen einen aas-artigen Geruch, der viele Meter entfernt noch wahrzunehmen ist. Langsam dringt die olivbraune Sporenmasse hervor, die den Hut im reifen Stadium umgibt. Sie zieht durch ihren Geruch Insekten: wie Fliegen, Wanzen und Mistkäfer an, die somit die Sporen verbreiten.

Genau genommen ist die Stinkmorchel aber keine Morchel sondern gehört zu den Ständerpilzen.

Wer beim Anblick einer Stinkmorchel schelmisch schmunzeln muss, der wird auch den lateinischen Fachterminus für diesen Pilz amüsant finden: #Phallus Impudicus – übersetzt: Schamloser Penis.

Im Volksmund wird die Stinkmorchel,

wenn die Gleba aufgezehrt ist, als „Leichenfinger“ bezeichnet. Da sie oft auf Grabhügeln zu finden ist, glaubte man, dass der in einem solchen Grab liegende Tote ein ungesühntes Verbrechen begangen hatte.

weitere volkstümliche Namen sind
Gichtmorchel, Teufelsei, Leichenfinger, Pfurzglocke, Satyrpuant, Stinkschwamm, Aasmorchel

Das in der Naturheilkunde und der traditionellen Chinesischen Medizin die Stinkmorchel als Heilpilz betrachtet wird, habe ich noch keine genauen Ergebnisse gefunden.
Angeblich werden dazu die Pilzextrakte zur Behandlung von Gicht und Rheumatismus verabreicht. Auch als Aphrodisiakum soll die Stinkmorchel eingesetzt werden. Ausserdem war Sie in früheren Zeiten Bestandteil von Liebestränken und anderen Zaubermittelchen.

Stinkmorchel
Stinkmorchel
Das Hexenei des Phallus impudicus

von Margit Farwig©

Ein Ei, ins Moos gelegt, wer hier Gedanken hegt
es stimme etwas nicht, ihm gehe auf ein Licht
es leuchtet hell und rein, bestrahlt vom Mondenschein
auch Sonnenstrahlen zieh'n am Tag darüber hin

noch ohne Düfte weilt, auch nicht so sehr es eilt
in Wochen wächst es ran, vergrößert sich sodann
ihm bildet sich ein Stamm, nimmt zu an Höhe stramm
gewiss kann man nun seh'n, hier ist etwas gescheh'n

im Augenblick es schmeckt, bevor sich's luftig reckt
ein Stinkmorchel beginnt, aus allen Poren rinnt
der Fliegen liebstes Mahl, der Nase sehr zur Qual
will "duften" weit und breit, man wünscht, es hätt' geschneit

hier ruft laut der Kenner, geh' mir weg, di kenn' mer
er hat die Zeit vertan, nimmt andre Pilze dran
die köstlich riechen und, erwartungsvoll sein Mund
verschlingt das Mahl sobald und denkt, schön ist der Wald

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