Riesenbovist

Riesenbovist- Puffball Picatta Sticks

Giant Puffball (Calvatia gigantea, syn.Langermannia gigantea, Lycoperdon gigantea)

Der Riesenbovist ist ein leicht betimmbarer Wiesenpilz, mit außerordentlich großen Fruchtkörpern mit Durchmesser bis zu 50 cm aus der Familie der Champignonverwandten.
Charakteristische Standorte sind von Juni bis Oktober vor allem alte Streuobstwiesen, oder gedüngte Wiesen und Weiden. Er bevorzugt stickstoffhaltige und leicht saure Böden. Überviele Jahre ist er einem Standort treu und wurde schon in Hexenringen von zehn oder mehr Metern Durchmesser beobachtet.

Die äussere Haut ist glatt, lederartig weisslich bis cremefarben. Aufgeschnitten sollte das Fruchtfleisch  zum Verzehr jung weißlich sein und erinnert sowohl mit einem angenehmen Geruch als auch geschmacklich leicht an seine Artgenossen. Reifere Pilze, werden langsam gräulicher und der Fruchtkörper löst sich von innen her langsam auf. Sie riechen dann unangenehm muffig, vielleicht nach Harn und sind nicht mehr für den Verzehr geeignet.
Die Fruchtmasse (Gleba) wird dann grüngelblich, bis olivbraun und pulvrig. Jeder Fruchtkörper produziert im Durchschnitt bis zu sieben Billionen Sporen, was ihn zum vielleicht fruchtbarsten aller Pilze macht.

Das Einatmen der Sporen dieses Pilzes kann Lycoperdonosis verursachen, eine böse Lungenkrankheit, daher sollte man beim Umgang mit reifen Exemplaren vorsichtig sein.
Zu den positiven Wirkstoffen,

enthält er das Antikrebsmittel Calvacin. Ausserdem soll der Pilz blutstillend und wundheilungsfördernd wirken.
Dazu wird das Pilzpulver auf eine Wunde gestreut, das soll eine Infektion verhindert und die Wunde schliessen.

Der Riesenbovist zählt zu den wenigen Pilzarten, die kaum verwechselt werden können, durch seine gigantischen Ausmaße und ist ein guter bestimmbarer PilzCoach Pilz.

Im jungen Zustand, wenn die Fruchtkörper klein sind, können Verwechslungen mit den giftigen Wulstlingen auftreten. Spätestens beim Aufschneiden, müsste es für alle erkennbar sein!

Junge, noch weiße Riesenboviste sind gute Speisepilze mit wenig Eigengeschmack und weicher wattiger Konsistenz. Vielen sprechen von einer Konsistenz wie Tofu, ich finde eher wie French Toast oder Marshmallows.
Die in Scheiben geschnitten ähnlich wie ein Wiener Schnitzel paniert zubereitet werden können.
Dazu den gesäuberten Pilz in etwa zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen, in eine Eiermasse getunkt und in Semmelbröseln gewendet. Dann in Öl oder Butterschmalz in der heissen Pfanne goldbraun ausbacken.
Ich verfeine die Panaden mit geriebenen Parmesan, verschiedenen Nüssen oder Saaten, oder auch Kräuter geben dem Ganzen mehr Geschmack.

Aber auch gegrillt oder als Pilzgulasch wird er gerne verwendet.

Riesenboviste können auch eingefroren werden, am besten säubern, und kleine Stücke oder Scheiben schneiden. Dazu empfiehlt sich die Pilzstücke schichtweise in eine Form zugeben und Backpapier dazwischen zulegen, da sie gerne zusammenkleben. Anschließend abgepackt in den Gefrierschrank geben. Wer später Schnitzel aus ihnen zubereiten möchte, kann sie vor dem Einfrieren gleich panieren.
Aber nicht zu lange im Tiefkühlfach lagern, das Eiweiss zersetzt sich irgendwann. Ausserdem kann er von der Konsistenz ledrig werden, ich trockne ihn lieber für Pilzpulver. Am besten die Pilzstücke im Dörrgerät trocknen und dann vermahlen. Luftdicht abschliessen!

Imkerwissen

Schwelende Stücke vom Riesenbovist und anderer Pilzarten wurden auch von Imkern verwendet, wenn sie ihre Bienenstöcke pflegen mussten. Der Rauch eines schwelenden Pilzes diente zur Beruhigung der Bienen und verringerte so die Wahrscheinlichkeit, dass ein Imker gestochen wurde erheblich.

Riesenbovist French Toast
Riesenbovist French Toast

Puffball Picatta Sticks

Riesenbovist
1-2 Eier
30g geriebener Parmesan
2-3 EL Sahne oder Mandelmilch

etwas Wildkräuter ( Wiesensalbei...)
ca.8 EL Bratöl
Salz
frisch gemahlener Pfeffer

Das Rezept zum Dip, findet unter Rezept Glücksrolle, hier!

 

Die Aussenseite des Riesenbovist mit einer Pilzbürste säubern oder die Haut abziehen. Da ihr voraussichtlich nicht den kompletten Pilz verbrauchen werdet, solltet ihr vermeiden ihn zu waschen. Zumindest den Teil den ihr erst in den nächsten Tagen verbrauchen werdet da die Feuchtigkeit das Faulen fördern kann (ihr könnt einen frischen, angeschnittenen Pilz durchaus 3-5 Tage im Kühlschrank lagern)
.

Dann mit einem langen scharfen Messer ca. 2-3 Scheiben des Pilzes herunterschneiden und die wiederum in Streifen.

Ei, Parmesan,Kichererbsenmehl, Sahne und wer mag gehackte Kräuter mit einer Gabel verrühren und die Eiermasse etwa 10min oder länger quellen lassen. Die Pilzstücke darin wenden. ( Wer will kann in die Eiermasse auch Gewürze wie Curry, Chili... hinzufügen. )

In einer Pfanne das Bratöl erhitzen und die Pilzstücke hineinlegen. Während dem Braten die Pfanne schwenken so dass das Fett immer wieder über die obere Seite schwappt. Sobald die Unterseite schön goldbraun ist, die "Sticks" umdrehen und von der anderen Seite garen.

Heiß servieren, evtl. mit Salz und Pfeffer etwas würzen und mit einem würzigen scharfen Dip servieren.

Wer es süß mag, lässt den Käse weg und kann die Sticks nach dem Braten mit Puderzucker bestäuben, fand ich interessant. Freue mich auf Feedback!

 

Puffball Piccata Sticks
5 comments
  1. Hallo Tanja,
    ich habe dieses Frühjahr einen getrockneten Riesenbovist gefunden, könnte ich mir damit auch ein Pilz-Beet (so ähnlich wie beim Morchelbeet?) anlegen?
    Viele liebe Grüße

    Ines

    1. Hallo Ines,
      leider hab ich mit Anbau nicht viel Erfahrung, aber möglich wäre es. Probiere es doch aus und berichte uns!
      Herzliche Grüße
      Tanja

  2. Liebe Tanja,

    das probiere ich mal aus und freue mich schon drauf!

    Liebe Grüße, Karin

    1. Gute Idee liebe Karin! Ich habe gestern schon wieder welche gefunden, mal schauen ob ich noch was anderes ausprobiere.Momentan gibt es echt viel Pilze, auch die ersten Cortinarien sind schon da!
      Herzlichen Gruß, Tanja

  3. Hallo Tanja,
    gute Idee, feines Rezept, nur leider:
    ich habe noch keinen gefunden!
    warten’ s wir ab – es gibt ja schon viel anderes

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